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Vergessene Südseite
Der Frankendorfer Klettergarten besteht aus mehreren großen Massiven. Am bekanntesten davon ist die Annasteinseite und der vorgelagerte Annastein. Weitaus weniger populär ist die Landrichterseite, obwohl diese einen Vergleich mit anderen sonnigen Felsen keineswegs zu scheuen braucht.
In der Zeit vor der Sportkletterei wurden insgesamt acht Routen zumeist in technischer Kletterei erschlossen. In den letzten Jahren wurden technische Wege saniert und frei geklettert. Vor kurzem kam noch eine Fülle neuer Sportkletterrouten dazu.
Insgesamt bietet das Gebiet knapp 30 Anstiege zwischen Drei und Neun, wobei viele Routennamen und Bewertungen noch nicht bekannt sind.
Zudem ist noch Erschliessungspotential vorhanden: Das kleine Wändchen am linken Ende der Massivreihe scheint zum Bouldern ideal.
Allerdings dürften die Schwierigkeiten der Boulderprobleme weit über dem Neunten Schwierigkeitsgrad liegen.
Das Gestein ist nicht überall fest. Es gibt einige lockere Wandbereiche, oft sind die Ausstiege brüchig. Hier können auch größere Gesteinsbrocken locker sein. Die ganz linke Route am rechten Massiv führt zu 80% durch brüchiges, kleinsplittriges Gelände. Die meisten Routen, besonders die schwereren, führen aber durch kompaktes, solides Gestein.
Das Massiv besteht aus zwei Hauptsektoren. Der linke Wandteil ist etwas niedriger und auch weniger beklettert. Der rechte Sektor ist knapp 20 Meter hoch. Hier findet man ausgesetzte Kantenklettereien im sechsten Grad neben deutlich schwereren Plattenklettereien a la Würgau. Der Fels speckt schnell ab, was besonders in den klassischen Routen spürbar ist. Denn die Felsstrukturen sind abschüssig und verlangen viel Gefühl für Reibungstritte, Sloper und eigentümliche Bewegungen.
Im Trichter (7+) schiebt man sich zuerst an zwei vorstehenden Felsnasen vorbei, bevor man in einer leicht geneigten, nach innen gewölbten Platte an winzigen Griffen sein letztes gibt. Ein besonderes Abenteuer verspricht der Landrichterkamin (3), wohl eine der ältesten Routen an diesem Massiv. Die 20m lange Route ist nicht mit Haken abgesichert. Im Kamin befindet sich ein Klemmblock, der auf seiner Innenseite überklettert werden muss.
An der Landrichterseite kann das ganze Jahr geklettert werden. Im Sommer spendet ein Buchenwald vor der Wand ausreichend Schatten. Selbst nach längerem Regen trocknen die Routen dank ihrer Neigung schnell wieder ab. Und im Winter scheint die Sonne angenehm bis an den Wandfuß.
Hier geht´s zum Fels.
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