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Uhulobbyisten wollen Kletterer aussperren!
Unter dem Titel "Der Konflikt zwischen Klettersport und Naturschutz am Beispiel der Habitatsansprüche des Uhus (bubo bubo)" ist in der Zeitschrift Natur und Landschaft (Ausg. 1/2001) eine Publikation veröffentlicht, in dem Eulenschützer einen scharfen Konfrontationskurs gegenüber Kletterern einschlagen. Sie fordern ein generelles Kletterverbot in Naturschutzgebieten.

Die Autoren Dalbeck und Breuer meinen, anhand von acht! mittels telemetrischen Messungen erfassten Uhus Aussagen über deren Balz-, Brut-, und Lebensgewohnheiten treffen zu können. Demnach benötigen Uhus ein Territorium von fünf Kilometern im Umkreis um ihren Brutplatz in Abgeschiedenheit. Auch sei es nötig, diese Ruhezone ganzjährig aufrechtzuerhalten.

Die Autoren kommen zu dem Resümee, dass die Bedürfnisse von Uhus und die Interessen von Kletterern nicht miteinander in Einklang zu bringen sind. Diese gewagte These leitet das Autorenteam anhand eines einzigen Anhaltspunktes ab: Bei zwei "durchaus vergleichbaren" Tälern in der Eifel, dem Mittleren Rurtal und dem Mittleren Ahrtal, wurden unterschiedliche Bruterfolge mit klettersportlichen Aktivitäten begründet. Eine genauere Darstellung dieser "durchaus vergleichbaren" Verhältnisse fehlte jedoch. Damit blieben Dalbeck und Breuer eine schlüssige Argumentation schuldig.

Die Veröffentlichung bietet wenige Fakten, die auch teilweise schon Ende der achtziger Jahre erhoben wurden. Umso mehr begründen sich die zentralen Thesen anhand nicht sauber dargestellten Schlussfolgerungen. In den letzten Absätzen (S.6) der sieben Seiten umfassenden Publikation wird deutlich, dass es dem Autorenteam weniger um eine sachliche Erörterung der Bedürfnisse des Uhus geht, sondern vielmehr um eine Beschränkung des Klettersportes an sich. In einem Rundumschlag wird der Leser über die schwerwiegenden Auswirkungen des Klettersportes auf das gesamte Ökosystem aufgeklärt.

Es bleibt anzumerken, dass sich die Anzahl der Uhus seit den sechziger Jahren von quasi null auf etwa 700 bis 800 vermehrt hat, und dies trotz klettersportlicher Aktivitäten. Vor diesem Hintergrund lassen die radikalen Forderungen von Dalbeck und Breuer die sonst in wissenschaftlichen Veröffentlichungen übliche thematische Objektivität vermissen und wirken dadurch unglaubwürdig. (sk)


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