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Neuer Genusskletterfels
bei Bärnfels.

Absolute Mangelware sind in der Fränkischen richtig leichte Routen, die gut gesichert sind. Noch schwieriger ist es, einen Fels zu finden, an dem das Gelände obendrein kinderfreundlich ist. Am Wolfstein findet man beides: Puren Kletterspaß für Anfänger und Genießer und eine Spielwiese für Kinder wie aus dem Bilderbuch ...

Sterntaler (8-) am Wolfstein An einem der ersten schönen Tage im Frühjahr quälten wir uns neugierig den Bärnfelser Skihang hoch. Wir hatten eher zufällig beim Vorbeifahren dort oberhalb des Hanges einen kleinen Fels erspäht. Was aus der Ferne gar nicht so vielversprechend aussah, entpuppte sich von Nahem als ein wahres Kleinod im Frankenjura. Ein Fels in der Sonne, eine Wiese davor.
Ein Blick in einen Kletterführer offenbarte den Namen des Felsens: Wolfstein. In diesem Führer aus dem Jahr 1984 sind zwei Kletterrouten beschrieben: Die Nordkante und der Westpfeiler - beides technisch gekletterte Routen. Seitdem hat sich dort viel verändert. Mittlerweile gibt es 20 Routen. Alle liegen im Schwierigkeitsbereich zwischen 2 und 8-, die meisten sind mit Namen von Märchen versehen.

Eine schöne Aufwärmroute ist das Rumpelstilzchen (4+). Nach einer kurzen senkrechten Wandpassage am Einstieg folgt geneigte Genusskletterei bis zur Gipfelfahne. In Rumpelstilzchens Zorn (7-/7) kann man, wenn man kleiner als 1,70 Meter ist, schon mal aus der Haut fahren - nomen est omen. Noch ein wenig schwerer ist die Route Sterntaler (8-): Wenn man die ersten fünf Meter an abschüssigen Auflegern in leicht überhängendem Gelände hinter sich gebracht hat, wird die Route senkrecht und bietet gute Löcher bis zur Umlenkung. Überhaupt haben die meisten Routen eher im unteren Wandteil ihre Schlüsselstelle und werden nach oben hin leichter. Eine Ausnahme macht da die Route Der mit dem Wolf tanzt (8-). Vom Einstieg bis zum Abschlusswulst ist durchweg anspruchsvolle und ausdauernde Kletterei gefordert. Zudem wird die Route kontinuierlich steiler und hat ihre Schlüsselstelle ganz oben. Hier ist Vorsicht geboten: Wer vor dem letzten Haken stürzt, könnte sich in der geneigten Verschneidungswand auf der linken Seite böse wehtun...

Alle Routen sind 10m bis maximal 20m lang. Zumindest für fränkische Verhältnisse sind die leichten Routen überdurchschnittlich abgesichert. Bei dem Klettergebiet handelt es sich um einen mehr oder weniger zerklüfteten, langgezogenen Grat mit unterschiedlich ausgerichteten Kletterrouten. Dadurch lasst es sich hier auch noch gut aushalten, wenn mal mehr als zwei Seilschaften unterwegs sind. Die Routen befinden sich teilweise im Wald, teils stehen sie frei mit saftiger Wiese bis an den Wandfuß und herrlichem Blick ins fränkische Felsenland.

Geklettert wird am Wolfstein schon lange: Nach dem "Fränkischen Kletterbuch" von Rudolf Buchner entstanden die ersten Routen - der schon erwähnte Westpfeiler und die Nordkante Anfang der 70er Jahre. In den folgenden Jahrzehnten wurden am Wolfstein viele neue Routen zwischen dem dritten und dem sechsten Schwierigkeitsgrad erschlossen. Schließlich war es Volker Roth, der im Winter 1999/2000 eine Vielzahl von neuen Sportkletterrouten einrichtete und damit ein lohnendes Klettergebiet entstehen ließ.

Sieht man davon ab, dass die meisten Routen kaum länger als 10m sind, ist der Wolfstein ein Klettergebiet, welches sich ideal zum Genussklettern und Anfängerklettern eignet. Jedoch sind einige Routen noch nicht abgeklettert und folglich ist der ein oder andere Stein noch locker. Nicht alle Umlenkungen sind glücklich angebracht. In diesem Fall kann eine Bandschlinge zur Verlängerung von Nutzen sein. Die Kletterei ist sehr abwechslungsreich. Neben vielen Plattenklettereien an Löchern, Leisten und Auflegern gibt es beispielsweise eine spektakuläre Rissverschneidung im sechsten Schwierigkeitsgrad. Auch für Hobbyalpinisten ist gesorgt: Auf der Nordseite befindet sich eine echte Herausforderung: Der Jubiläumsweg wirkt moosig, düster und mit wenigen Haken ausgestattet, dafür sind hier viele neugierige Spinnen beheimatet.

Das Gelände ist für Kinder jeden Alters perfekt geeignet. Abseits des Wandfußes ist es ungefährlich und ein idealer Abenteuerspielplatz: Am gesamten Gratmassiv gibt es viele kleine Höhlen und Durchschlüpfe zu entdecken. Und unterhalb des Felsens ist ein toller Hang, an dem man im Winter sogar Rodeln kann.

Hier geht´s zu detaillierten Informationen über den Wolfstein in unserer Datenbank.
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